Umsetzung

Die Komposition von Orchesterwerke ist ein sehr komplexes und fachübergreifendes Projekt! In der professionellen Produktion werden dazu Profis im Bereich Komposition, Orchestrierung, Interpretation (Dirigenten), Aufnahmetechnik, Abmischung und andere Spezialisten, sowie ein ganzen Orchester samt Konzerthalle, benötigt. Durch MockUps (PC Nachbildungen durch Samples) lässt sich daher niemals die Klangfülle und Perfektion einer Orchesteraufnahme erreichen! Allerdings bieten diese eine Möglichkeit ein Werk hören und im Rahmen auch genießen zu können!

Im Folgenden beschreibe ich meinen persönlichen Zugang zu diesem Thema. Dank Youtube lerne ich permanent dazu. Viele Dinge werden ausprobiert, manches übernommen und vieles wieder verworfen. Gerade das Thema Orchesterkompositionen ist ein sehr vielschichtiges und komplexes, bereitet dadurch aber auch viel Freude!

Komposition

Dabei handelt es sich um den sehr individuellen, wichtigsten und schwierigsten Schritt! Oft entsteht aus einer Improvisation ein interessantes Motiv mit der passenden Harmonie. Meist verwirft man aber diese Entwürfe. Gelegentlich entsteht aber eine inspirierende Melodie die man erweitert kann. Das kann mit Klaviersounds oder Querflöte u.a. passieren. Kenntnisse in Musiktheorie (Tonleitern, Harmonielehre, Formenlehre) sind dabei sehr hilfreich. Allerdings sind das alles keine Regeln, sondern nur Verständnishilfen. Letztlich entscheidet der eigene Stil über die Akkord- und Melodiefolgen. Auch unterwerfe ich mich nicht aktuell angesagten Stilen in der klassischen Musik! Die Kunst ist frei!

Ist ein brauchbares Motiv gefunden, kann dieses um weitere Motive erweitert und variiert werden. Aus mehreren dieser Bausteine fügt sich dann nach vielen Versuchen ein Musikstück zusammen. Dabei arbeite ich ohne Notierung, sondern rein mit den MIDI-Spuren. Dabei gibt es pro Instrument eine eigene Spur. Siehe Trackscreens.

Orchestrierung

Die Aufteilung der melodischen Struktur auf die einzelnen Instrument, wird Orchestrierung genannt. Dazu hilft die Instrumentenkunde um Kenntnisse über Tonumfang, Klangeigenschaften der verschiedenen Tonlagen, Zusammenklang von Instrumenten, Artikulationen und vieles mehr zu haben. Diese Fachleute erstellen meist auch die Partitur mit den angepassten Instrumentenstimmen. Zu diesem Thema gibt es einige Fachbücher im Handel.

Interpretation

Als Tabletop Composer ist man zwangsläufig der eigene Dirigent. Das ist allerdings schade, da musikalische Vorstellungen anderer Profis der Aufnahme eher zuträglich sind. Je mehr Ohren aktiv mithören umso mehr Fehler, oder Verbesserungsmöglichkeiten fallen auf und verbessern das Ergebnis.

Bei der Verwendung von Samples muss jeder Ton in der Anschlagsstärke, der Lautstärke, dem Vibrato und der Spielweise (Modulation), u.a. eingestellt werden. Dabei müssen Melodiebögen, Spieltechniken und Crescendi/Decrescendi eingearbeitet werden. Die Wiedergabe erfolgt dann zwar durch den PC, allerdings nach detaillierten musikalischen Vorgaben des Autors.
Diese Eingaben erfolgen in der Piano-Roll Ansicht des Midi-Editors in der DAW Reaper.

Mischung

Auch in diesem Bereich werden professionelle Tonmeister und Toningenieure eingesetzt. An ein möglichst brauchbares Klangergebnis kann man sich als Heimproduzent nur ansatzweise herantasten.

Technik

Ein leistungsfähiger Laptop oder PC wird benötigt:
Aktueller i5 oder besser i7,i9
>=32GB sonst passen die Samplelibrarys nicht
SSD >=1TB möglichst mehr

Dazu MIDI-Keyboard, Korg nanoKONTROL2 (oder ähnliche MIDI-Controller), Audiointerface z.B.: focusrite Scarlet 2i2, gute Kopfhörer und ein paar Studiolautsprecher

Software: DAW Reaper (o.a.), Kontakt8-Player, Samplelibrarys: Spitfire, Orchestral Tools o.a.

Quellen

Anne-Kathrin Dern

Inside the Score

James Nathan Jones

Orchestration Online

Mattia Chiappa

Guy Michelmore

Master of Music Theory

Paul Thomson

Ryan Leach

Alex Heppelmann

Cinematic Composing

Tabletop Composer

Zach Heyde

Virtual Orchestration

Kevin Kuschel

Partituren lmslp.org

An dieser Stelle richte im meine Dank an all die vielen hervorragenden Contentproduzenten ohne die diese Werke so nicht möglich gewesen währen!